Diskussion rund um Mobile Commerce. Die einen wittern Milliarden, die anderen warnen vor überzogenen Erwartungen. Beim Online-Geschäft via Smartphone gehen die Meinungen von Handel, Marktforschern und den Medien teils stark auseinander.

Wir haben die Debatte zum mobilen Internet näher beleuchtet und versuchen herauszufinden:

  • Welche Trends halten beim Mobile Commerce an oder kommen neu dazu ?
  • Wer dürfte Erfolg haben, welche Tipps sollte man beachten?
  • Reicht eine mobil-Version seines Online-Shops zukünftig?

Auf dem Blog von Deutsche-Startups.de werden derzeit erfolgreiche Konzepte betrachtet. Mit Bezug aufs Handelsblatt verweisen die Autoren auf die Auktionsplattform eBay, die bereits über eine Milliarde ihrer Umsätze durch Einkäufe von iPhone & Co generiert.

Was ist das Erfolgsgeheimnis?
Wenn der Einkauf für den Nutzer „live“, „privat“ und „begrenzt“ rüber kommt – wie eben beim erwähnten eBay oder den zahlreichen Shopping-Clubs- werden die Anwendungen am ehesten mobil genutzt. Schließlich heißt es in beiden Fällen schnell zugreifen oder leer ausgehen. Doch dieser Anreiz allein genügt offensichtlich nicht.

Technische Voraussetzung
Mobile Commerce ist technisch bereits lange umsetzbar, doch wird immer noch wenig genutzt – von beiden Seiten. Laut dem Marktforschungsinstitut Fittkau und Maaß besitzt fast jeder fünfte Internetnutzer in Deutschland ein Smartphone, mit dem er mobil aufs Web zugreifen könnte.

Könnte, denn zwar informieren sich die Menschen gern via Smartphone über Aktionen und Produkte – doch nur einer von fünf bestellt letztlich auch über sein Handy. Das ergab die kürzlich fertig gestellte Studie “Mobile Commerce Insights 2010″ der Agentur Denkwerk, die ebenfalls von Deutsche-Startups.de zititiert wird.

Warum geringe Akzeptanz?
Stationäres Internet wird gern als Messlatte fürs Online-Shopping hergenommen. Doch das Bestellen und die Eingabe über den kleinen Touchscreen sind zeitaufwändig, die Lesefreundlichkeit nur bedingt gegeben – das schreckt Nutzer ab. Doch insbesondere die jetzige Jugend verändert ihr Nutzungsverhalten rasch und passt sich folglich dem mobilen Trend leichter an.

Design und Umsetzung – was beachten?
Auf dem Blog von internetworld.de hat der Softwarehersteller hybris einige Tipps zum Thema Mobile Commerce gelistet. Die Punkte stellen Grundlagen dar, die Online-Händler berücksichtigen sollten. Wie schon im Punkt oben erwähnt, spielt die Bedienbarkeit eine große Rolle.

  • möglichst alle Kommunikationskanäle mobil abdecken
  • auch ältere Smartphones und Handys berücksichtigen
  • einfache Menüs mit intuitiver Bedienung anbieten
  • Interaktion zwischen Handy und Computer beim Online-Shopping unterstützen
  • Geoinformationen nutzen
  • Mobile Barcodes für mehr Infos generieren

Also nur die Tipps durchgehen, in Programmierauftrag geben und… dann wundern, wo die Umsätze in Millionenhöhe bleiben.

Mobil-Version vs. Markt-Beteiligung?
Was nämlich nahe liegend erscheint, ist selten in der Praxis anzutreffen – nicht einmal die Hälfte der 30 führenden Online-Shops in Deutschland besitzen eine für Smartphones optimierte Version ihrer Seite.

Deutsche-Startups.de finden die „mobile“ Anpassung natürlich an sich sinnvoll, doch ein weiteres Szenario könnte sich in naher Zukunft abzeichnen: Für kleinere Händler scheint es wahrscheinlich, in bereits etablierten Marktplätzen online vertreten zu sein – Stichwort Amazon, Apple AppStore.

Vorteil ist die Benutzerfreundlichkeit, da schon jetzt viele Nutzer entsprechende Accounts besitzen und der Wechsel von „stationärem und mobilem Shoppen“ dann leicht vonstatten ginge. Großer Nachteil sind dann allerdings die fällige Provisionen für die Händler, die den momentan noch geringen Gewinn weiter schmälern.

Fazit
Deutsche-Startups.de spricht dem Mobile Commerce keineswegs seinen Erfolg ab. Einzelne Modelle belegen bereits heute die Relevanz. Doch während Smartphones und mobiles Internet boomen, befinden sich die Anwendung zum Shoppen gerade mal im Anfangsstudium.

Wer beim Smartphonenutzer einen spontanen Kaufanreiz unterwegs auslösen kann, dürfte in den kommenden Jahren zu den Gewinnern des Geschäftsmodell zählen. Die steigende Anzahl an Apps, welche die Kamera einbinden und eine visuelle Suche bzw. Verknüpfung mit Wunschartikeln ermöglichen, zeugen vom Potential.

Weiter diskutiert darf werden, ob sich die “mobilen” Umsätze in spätestens drei, vier oder fünf Jahren tatsächlich niederschlagen. Bei der noch jungen Thematik bleibt letztlich viel Spekulation.

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